Mit der Dropshot-Montage fängst du Barsche, die eigentlich nicht beißen wollen. Kennst du das? Oktober, Hafenbecken, auf dem Echolot kleben die Sicheln dicht am Grund. Du weißt, dass sie da sind. Dein Gummifisch am Jigkopf bekommt einen Zupfer, einen Fehlbiss, dann wieder nichts. Die Barsche sind da – und sie ignorieren alles, was sich bewegt.
Jetzt der Teil, der sich falsch anfühlt: Am Dropshot fängt der Köder oft dann, wenn du ihn praktisch nicht bewegst. Das Blei bleibt liegen, nur die Schnurspannung lässt ihn zittern. Wie du Höhe und Bewegung deines Köders so einstellst, dass genau diese Barsche zupacken, und welcher Anhieb dich die Fische dann doch noch kostet, zeigen wir dir gleich. Plus die sechs Fehler, die fast jeder am Anfang macht.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Blei unten, Haken darüber seitlich abstehend: Der Köder schwebt über Grund und bleibt am Platz.
- Im Herbst ziehen Barsche ins Tiefere und stehen in Schwärmen am Grund.
- Hakenhöhe über dem Blei: kurz bei kalten, grundnahen Fischen, etwa 30–50 cm als Standard, beim Werfen vom Ufer länger.
- Blei liegen lassen, Köder über die Schnurspannung zittern lassen.
- Kein harter Anhieb. Zügig, aber ziehen statt reißen.
- Erst mit schnelleren Ködern suchen, dann mit dem Dropshot fangen.
1. Dropshot-Montage: Was sie ist und warum sie im Herbst so stark fängt
Das Prinzip ist simpel und ein bisschen verdreht: Ganz unten hängt das Blei, ein Stück darüber sitzt der Haken direkt an der Schnur und steht im rechten Winkel ab. Anders als am Jigkopf spielt der Köder so auf der Stelle, ohne den Platz zu verlassen. Das ist der ganze Trick.
Und warum gerade jetzt? Eine Telemetrie-Studie am Bariousses-Stausee in Frankreich hat 21 Barsche zwei Jahre lang verfolgt. Ergebnis: Im Frühjahr und Sommer hielten sie sich in der Uferzone und in strukturreichen Bereichen auf, im Herbst und Winter wanderten sie in tieferes Wasser (Westrelin et al., Hydrobiologia 2018), mit großen Unterschieden zwischen einzelnen Fischen.
Dazu werden Barsche im kalten Wasser träger. Sie stehen in Schwärmen am Grund und jagen nicht mehr jedem schnellen Köder hinterher. Was langsam vor ihrer Nase zittert, ist dann oft das Einzige, was noch geht.
Der Franzose Gauthier Martin beschreibt die Montage genau dafür: für träge, ausgekühlte Fische. Durch Spannen und Entspannen der Schnur hebt und senkt sich der Köder auf der Stelle, auf Wunsch auch ganz ohne zusätzliche Bewegung.
2. Dropshot-Montage binden: Schritt für Schritt
Du brauchst nur Fluorocarbon, einen Dropshot-Haken und ein Dropshot-Blei.
- Vorfach abmessen: Schneide etwa 1 bis 1,5 m Fluorocarbon ab.
- Haken einfädeln: Führe das Fluorocarbon von der Seite der Hakenspitze durch das Öhr, damit die Hakenspitze später nach oben zeigt.
- Palomar-Knoten binden: Doppelte Schnur durchs Öhr, einfachen Knoten legen, Haken durch die Schlaufe ziehen, anfeuchten, festziehen.
- Langes Ende stehen lassen: Das freie Ende unterhalb des Hakens schneidest du nicht ab. Es wird zum Abstand zwischen Haken und Blei.
- Haken ausrichten: Zieh das untere Ende noch einmal durch das Öhr zurück, so steht der Haken im 90-Grad-Winkel ab.
- Blei anbringen: Am unteren Ende kommt das Blei dran. Mit Klemmwirbel verstellst du die Höhe in Sekunden, ein Blei mit normalem Wirbel knotest du an.
- Mit der Geflochtenen verbinden: Oben knotest du das Vorfach direkt an die Hauptschnur oder setzt einen kleinen Wirbel dazwischen. Am Haken selbst hat ein Snap nichts verloren.
Wenn es nicht klappt: drei schnelle Lösungen
Der Haken hängt nach unten. Die Schnur lief von der falschen Seite durchs Öhr. Neu binden, von der Seite der Hakenspitze.
Die Schnur verdreht sich. Ein kleiner Wirbel zwischen Geflochtener und Vorfach nimmt Drall raus.
Ständig Hänger zwischen Steinen. Hier hat die Finnin Anne-Mari Heikkilä einen schlauen Trick: Unter den Haken, also zum Blei hin, kommt ein dünneres Fluorocarbon. Sitzt das Blei fest, reißt nur dieses Stück, und du verlierst bloß das Blei.
Tipp: Binde dir zu Hause ein paar Vorfächer vor. Am kalten Wasser sparst du dir das Gefummel.
3. Abstand Haken–Blei und Dropshot-Blei: die Tabelle für jede Situation
Die Angaben gehen weit auseinander: mal 10 bis 40 cm, mal 30 bis 60 cm, mal 50 cm bis 1 m. Falsch ist davon wenig, jede Zahl passt nur zu einer anderen Situation. Hier sortiert.
| Situation | Abstand Haken–Blei | Bleigewicht | Führung |
|---|---|---|---|
| Kalt, Fische am Grund, Angeldruck | 10–20 cm | 5–10 g | nur zittern, lange Pausen |
| Standard, vertikal vom Boot | 30–50 cm | 5–12 g | auf der Stelle zupfen |
| Werfen vom Ufer | 50 cm–1 m | 7–15 g | schleifen, stehen lassen |
| Strömung, Wind | wie Standard | 10–15 g, lang/flach | Grundkontakt halten |
| Kraut | Köder über dem Kraut | lang, schlank | langsam, Offset-Haken wie beim Texas-Rig |
| Klarer Kanal, scheue Fische | wie Standard | 1,5–3 g, birnenförmig | Schütteln aus dem Handgelenk |
Die Zahlen sind Richtwerte aus mehreren Ländern. Die Logik: Je kälter das Wasser und je dichter die Barsche am Grund, desto kürzer der Abstand. Vom Ufer aus darf er länger sein.
Höhe und Bewegung schlagen Farbe
Jetzt zu Höhe und Bewegung, wie oben versprochen. Niels Patijn aus den Niederlanden nimmt für Zander einen kürzeren Abstand, für Barsch einen längeren. Sein Grund: Bei mehr Abstand sinkt der Köder langsam zum Grund ab, und genau dann kommen oft die Bisse.
Der Schwede Magnus Sjöholm sagt für kaltes Wasser: Bewegung ist wichtiger als Farbe. Unser Rat: Bevor du die fünfte Farbe probierst, verstell lieber das Blei um 20 cm.
Welche Bleiform wann?
Gauthier Martin unterscheidet nach Gewässer: in der Strömung lang gestreckt oder flach, im Stillwasser rund oder eckig. Im Kraut sammelt ein langes, schlankes Blei laut Heikkilä weniger Pflanzen ein als ein rundes. Für sehr klare Kanäle empfiehlt ein englisches Angelmagazin winzige, birnenförmige Bleie von 1,5 bis 3 g.
Und wenn es noch kälter wird? Im Winter stehen die Barsche wieder anders. Im Newsletter erfährst du jeden Monat, wo es läuft, dazu Angebote mit bis zu 50 % Rabatt: hier kostenlos eintragen.
4. Gerät: Schnur, Dropshot-Vorfach, Haken und Rute
Wichtig ist, dass alles fein genug ist, um jeden Kontakt zu spüren. Diese Spannen haben sich bewährt:
- Hauptschnur: Geflochtene, etwa 0,06 bis 0,16 mm. Fürs Barschangeln reicht dünnes Geflecht, im klaren Kanal eher am unteren Ende.
- Vorfach: Fluorocarbon, etwa 0,18 bis 0,25 mm, 1 bis 1,5 m lang.
- Haken: Dropshot-Haken, kurzschenklig und dünndrahtig, etwa Größe 4 bis 1. Im Kraut ein Offset-Haken.
- Rute: etwa 1,80 bis 2,40 m, Wurfgewicht rund 4 bis 15 g, mit weicher, feinfühliger Spitze.
- Rolle: Größe 1000 bis 2500, Bremse fein eingestellt.
Achtung, Hecht: Am Dropshot beißt gern mal ein Hecht mit. Fluorocarbon schützt nicht vor Hechtzähnen. Wo viele Hechte schwimmen, rechne mit Hechtabrissen. Mehr zum Hecht in Hechtangeln für Anfänger.
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5. Dropshot-Köder und Anköderung: Nose-Hooking schlägt Auffädeln
Die wichtigste Regel: nicht auffädeln wie am Jigkopf, sondern per Nose-Hooking anködern, also nur vorne durch die Nase. Der Köder spielt so viel freier, und der Barsch kann ihn einsaugen, ohne gegen das Gewicht des Bleis zu arbeiten. Das Ergebnis: weniger Fehlbisse, mehr Fische, die hängen bleiben.
Drei Arten, den Haken zu setzen
Gauthier Martin nennt drei Varianten: den klassischen Dropshot-Haken, den Wacky-Haken (Wurm mittig angestochen) und den Offset-Haken, angeködert wie beim Texas-Rig, dessen Spitze im Köder verschwindet. Letzterer ist deine Wahl im Kraut.
Welche Köder?
Bewährt haben sich Gummiwürmer, Pintails, kleine Shads und Creatures, meist 5 bis 9 cm lang. Unser Rat: Wechsle nicht nur das Tempo, sondern auch den Ködertyp. Läuft eine Creature langsam nicht, probier einen Pintail und führe ihn etwas schneller.
Aus der Jury
Gefragt nach seiner bevorzugten Angeltechnik, antwortete Maxi (Angeln Maximal) im Interview mit hejfish: „Leichtes Angeln mit Soft- und Hardbaits auf Barsch.“ Die Jury wählt die Köder für unsere Boxen aus.

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Es gibt drei Arten, den Dropshot zu führen. Im Oktober gewinnt meist die ruhigste.
Auf der Stelle zittern lassen
Das Blei bleibt liegen, du bewegst nur die Rutenspitze mit kleinen Schüttelbewegungen. Ideal an Hindernissen und Spundwänden.
Magnus Sjöholm fischt im kalten November so: auswerfen, Schnur straffen, bis du das Blei am Grund spürst, dann nur kleine Schüttelbewegungen, Pause, ein Stück einholen. Er berichtet von 70 bis 100 Barschen in rund vier Stunden.
Manchmal reicht sogar noch weniger. Gauthier Martin lässt den Köder auch ganz statisch stehen und arbeitet nur mit Spannen und Entspannen der Schnur.
Einen ganz anderen Ansatz verfolgt ein Angler aus der Gegend um Leicester. Er rät in der Angling Times für klare Kanäle: Schnur leicht durchhängen lassen, nicht mit der Rutenspitze zucken, sondern aus dem Handgelenk über die Geflochtene schütteln. Dazu Birnenbleie von 1,5 bis 3 g und 0,06 mm Geflochtene. Also zwei Wege: straffe Schnur und Spitze bei Sjöholm, lockere Schnur und Handgelenk im klaren Kanal.
Schleifen
Blei langsam über Grund ziehen, immer wieder anhalten. So suchst du größere Flächen ab, am besten mit lang gestrecktem Blei.
Jiggen mit langen Pausen
Anheben, zurückfallen lassen, wie beim Gummifisch, nur mit deutlich längeren Pausen. Gut, wenn die Barsche noch wacher sind.
Straff oder mit Durchhang?
Ein englischer Ratgeber rät: Schnur zum Blei straffen, etwas Durchhang lassen und den Köder mit kleinen Bewegungen der Rutenspitze sanft auf und ab spielen lassen. Der Niederländer Ivo Nijboer lässt die Schnur sinken, spannt sie leicht und gibt einen kurzen, scharfen Zupfer, wie ein verletzter Fisch. Probier beides, solange das Blei liegen bleibt.
Der Fehler beim Anhieb
Jetzt zum versprochenen Anhieb. Der Reflex ist ein harter Ruck wie am Jigkopf. Am Dropshot kostet dich das Fische. Sjöholm setzt den Anhieb als sanfte, ausholende Aufwärtsbewegung statt mit hartem Ruck. Der Grund: Der Haken sitzt vorn im Köder, und der Barsch saugt den Köder ganz ein. Reißt du trotzdem, schlitzt der Haken leicht aus.
Ein schwedischer Ratgeber rät dagegen zum schnellen Anhieb, weil Barsche rasch ausspucken. Beides passt: zügig reagieren, aber gleichmäßig ziehen statt reißen.
7. Dropshot auf Barsch: Wo die Montage im Oktober fängt
Wo die Barsche im Oktober allgemein stehen, steht in Barsch angeln im Oktober. Hier die Plätze, an denen gerade der Dropshot glänzt.
Tiefe Kanten und Plateaus
Größere Barsche findet Jarno Kangas aus Finnland im Oktober oft ab etwa 6 m Tiefe, an Kanten, in Einbuchtungen der Kante und auf flachen Bereichen direkt neben tiefem Wasser. Am fresslustigsten sind sie meist bei 8 bis 12 °C. Sind sie träge: leichter, langsamer, Dropshot.
Die Tiefe hängt vom Gewässer ab: Sjöholm fand Schwärme im November in 2 bis 3 m, an großen, tiefen Gewässern stehen sie oft deutlich tiefer. Das Echolot entscheidet.
Erst suchen, dann dropshotten
Der Dropshot ist kein Suchköder. Im Winter sucht der Franzose Antonin Perrotte-Duclos die Schwärme erst mit schnellen Techniken und nimmt dann mit dem Dropshot das Tempo raus. Nimm am besten eine zweite, fertig montierte Rute mit. So wechselst du in Sekunden zum Dropshot, sobald es zupft.
Vom Ufer aus
Als Uferangler fischst du gezielt Brücken, Hindernisse, Tiefenwechsel und Stellen, an denen Kanäle aufeinandertreffen. Im Fluss lohnen Kehrwasser und tiefe Löcher. Laut Heikkilä wirfst du mit dem Dropshot weiter als mit leichtem Jigkopf, weil das Blei schwerer sein darf. Das hilft bei Wind und Strömung.
Tipp: Barsche aus großer Tiefe können Probleme mit dem Druckausgleich bekommen. Willst du sie zurücksetzen: ruhig drillen, nass abhaken, Fisch nur kurz aus dem Wasser nehmen und zügig zurück ins Wasser.
8. Die 6 häufigsten Dropshot-Fehler
Diese sechs Fehler kosten die meisten Barsche:
- Zu harter Anhieb. Der Haken schlitzt aus. Besser: zügig, aber gleichmäßig hochziehen.
- Zu viel Bewegung. Wer den Dropshot führt wie einen Gummifisch, verschenkt seinen größten Vorteil. Blei liegen lassen, Köder zittern lassen.
- Köder aufgefädelt. Aufgezogen wie am Jigkopf spielt er steif, und es gibt mehr Fehlbisse. Nose-Hooking, also nur vorne durch die Nase.
- Haken steht nicht ab. Von der Seite der Hakenspitze einfädeln, Ende noch einmal durchs Öhr.
- Zu leichtes Blei. Bei Wind und Strömung fehlt der Grundkontakt. Lieber ein paar Gramm mehr.
- Zu lange an einer leeren Stelle. Der Dropshot fängt da, wo Fische sind. Erst suchen, dann dropshotten.
9. Checkliste für deinen nächsten Dropshot-Tag
- Fluorocarbon-Vorfächer vorgebunden, Haken steht im 90-Grad-Winkel ab
- Bleie in mehreren Gewichten und Formen eingepackt
- Hakenhöhe über dem Blei nach Situation aus der Tabelle gewählt
- Köder per Nose-Hooking angeködert, nicht aufgefädelt
- Bremse fein eingestellt, Anhieb als Zug statt Ruck
- Kescher, Lösezange und Abhakmatte dabei
- Gewässerordnung und Regeln deines Bundeslands geprüft (Schonzeiten, Mindestmaße, Vorgaben zu Naturködern und Köderfischen)
10. Häufige Fragen zur Dropshot-Montage
Wie lang sollte das Vorfach beim Dropshot sein?
Für Barsch sind etwa 1 bis 1,5 m Fluorocarbon üblich. Ein Teil davon bildet den Abstand zwischen Haken und Blei.
Wie viel Abstand zwischen Haken und Blei?
Als Standard etwa 30 bis 50 cm, bei kalten, grundnahen Barschen kürzer mit etwa 10 bis 20 cm und beim Werfen vom Ufer länger bis etwa 1 m.
Welcher Knoten für das Dropshot-Rig?
Der Palomar-Knoten. Führst du die Schnur von der Seite der Hakenspitze durchs Öhr, steht der Haken mit der Spitze nach oben im rechten Winkel ab.
Welches Blei beim Dropshot?
Meist ein Dropshot-Blei mit 5 bis 15 g, mit Klemmwirbel oder zum Anknoten. In der Strömung lang gestreckt oder flach, im Stillwasser rund, im Kraut lang und schlank, in sehr klaren Kanälen klein und birnenförmig mit 1,5 bis 3 g.
Welcher Köder für Dropshot auf Barsch?
Kleine Gummiköder von etwa 5 bis 9 cm, zum Beispiel Gummiwürmer, Pintails, kleine Shads oder Creatures. Wichtiger als die Farbe sind Nose-Hooking und ruhige Führung.
Welche Rute zum Dropshot-Angeln?
Eine Rute von etwa 1,80 bis 2,40 m mit rund 4 bis 15 g Wurfgewicht und weicher, feinfühliger Spitze. Dazu eine Rolle der Größe 1000 bis 2500.
Als Nächstes lesenBarsch angeln im Oktober: 9 Tricks, wenn nur Zwerge beißenWo die Barsche jetzt stehen und wie du sie Woche für Woche findest, bevor du den Dropshot auspackst.
